Bericht vom Internationalen Treffen 2026 in Höxter
Gen Osten
Gen Osten ging es morgens los. In die Sonne, den flammenden Stern, der das Leben schenkt. Vor und in Kurven eine gewisse Herausforderung, da sich diese in ihrem ganzen Ausmaß erst nach dem lichten Eintritt in sie offenbarten. Etwas Vorsicht war also geboten, damit es auch tatsächlich nach Osten und nicht in den ewigen Osten ging, damit die Sonne das Leben nicht nahm.
Freiheit und Sicherheit
Nun, im Beiwagen meines Bruders und Freundes fühlte ich mich, wie immer, sicher und frei. Schatten, Dunkelheit, Finsternis oder Blendungen sind nicht geeignet, um blinde Menschen zu ängstigen. Da fehlt einfach der Kontrast. Anders ist das schon bei Freiheit und Sicherheit. Freiheit ist nichts ohne Sicherheit. Und Sicherheit ist nichts ohne Freiheit. Und doch muss man immer ein Stück von diesem wagen und riskieren, um ein Stück vom anderen erleben zu können. Und beide entfalten ihre segensreichen Wirkungen auf den Mensch nicht, wenn sie für diesen nicht spürbar werden. Der ideale Ort, um beide erfahrbar und er-fahrbar zu machen, ist das Motorrad.
Erfahrung und Er-Fahrung
Wer etwas erfährt, ist informiert. Wer eine Erfahrung macht, ist erfahren. Und, wer sich die Welt er-fährt, der ist nicht selten beides. Es macht nicht nur Freude, Freiheit und Sicherheit auf der Straße zu erfahren und er-fahren. Es bildet auch. Durch Information und Erfahrung. Und natürlich durch die Begegnungen. Mit Brüdern, dem Ritual und sich selber. Schließlich ging es auf die Tonenburg nach Höxter zum Treffen organisiert von den Masonic Biker North.
Wärme
Bei der Ankunft auf der Biker Burg gab es nach der Anfahrt am 1. Mai 2026 bei bestem Motorradwetter ein sehr warmes Willkommen. Brüder wurden in die Arme geschlossen, die Kehlen befeuchtet und die Wärme, welche die Sonne spendet, wurde bei den brüderlichen Begegnungen ebenso reflektiert, wie vom Asphalt der befahrenen Straßen. Wärme von unten, oben, hinten, vorne, rechts und links. Vertrautheit, Menschlichkeit, Liebe. Genau so soll es sein. Genau so war es. 90 Brüder aus Dänemark, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Frankreich und Deutschland. Eine Vielfalt der Persönlichkeiten und Lehrarten, eine Einheit der Werte, Zuwendung und Zuneigung, die uns verbinden.

Herzhafte Kost
Nachdem Oberbiker Ole einige einführende Worte gesprochen hatte, ging es zum Essen. Perfekt organisiert, lecker und herzhaft. Wie eigentlich das gesamte Treffen. Bei außerordentlich interessanten Gesprächen, die es auch an Humor nicht fehlen ließen, gab es das ein oder andere Getränk. Durch und durch herzhafte Kost. Als die Kühle des Abends um sich griff, spendete das Feuer die Wärme, welche die Kehlen so trocken machten, dass sie nach Flüssigkeit lächzten. Danach ging es in die Zelte oder wahlweise Zimmer. Letzte sauber, anständig und doch recht komfortabel.
Kurven
Das Wetter und die Sonne blieben uns hold. Also ging es nach einem sehr ordentlichen Frühstück auf eine der in verschiedenen Schwierigkeitsstufen angebotenen Ausfahrten. Für Ulrich und mich kurvig durchs Weserbergland. Wir mögen Kurven. Den in ihnen entwickelten Fliegkräften gilt es zu trotzen. Schließlich führt auch die Straße des Lebens nicht geradlinig von der Geburt im ewigen Westen zum Tod im ewigen Osten.
Rittergut Meinbrexdn
Nach einer Überquerung der Weser per Fähre, führten uns die Kurven zum Rittergut Mainbrexdn. Dort erwarteten uns Kaffee und selbst gebackener Kuchen. Doch damit nicht genug, Ihr Team und Schwester Silke von Mansberg gaben uns ferner sehr fachkundig und anschaulich im Rahmen einer Führung Auskunft über den historischen Freimaurerpark des Rittergutes. Herzlich, informativ und spannend.
Die Arbeit
Nachdem die Teilnehmer der verschiedenen Ausfahrten auf der Tonenburg zurück waren, galt es sich auf eine Tempelarbeit vorzubereiten – Stichwort Erfrischungsbier. Gestärkt ging es sodann im Kreise der Brüder an die Arbeit in Englischer Sprache. Die gute Stimmung, eine berührende Zeichnung vom „Old Biker", die Ritualsicherheit der hammerführenden Beamten, wohl gewählte Musik und eine erfolgreiche Sammlung für den Verein Stark gegen Krebs vermischten sich zu einer rituellen Erfahrung, die einen sehr positiven Erinnerungswert nach sich zog.
Stark gegen Krebs
Wenn überhaupt möglich, ging es danch noch geeinter und verbrüderter in Richtung Grill und Theke. Freude, Heiterkeit, Sinn, Austausch – das und mehr ließ sich in den Konversationen finden. Und dabei wurden auch die ernsten, herausfordernden, mitunter traurigen Themen des Lebens nicht aus den Augen verloren. Bruder und Künstler Jens Rusch hatte zum Pinsel gegriffen und einige Werke gemalt, die zu Gunsten seines Vereins Stark gegen Krebs im Rahmen einer Tombola als Preise zu gewinnen gewesen sind. Mit Sammlung und Tombola sind auf der Tonenburg rund 7 750 Euro zusammengekommen. Mit freundlicher Unterstützung durch einige Nachzügler und das Freimaurerische Hilfswerk hoffen wir die Summe noch steigern zu können.
Sand im Getriebe
Nach einem wunderbaren Abend, einer geruhsamen Nacht und einem erneut reichhaltigen Frühstück, machten wir uns nach dem sehr herzlichen Abschied von den Brüdern bei perfektem Biker Wetter auf den Rückweg. Gut, weit sind wir diesmal nicht gegkommen. 40 oder 50 Kilometer von Höxter blieben wir mit Getriebeschaden liegen. ADAC, Abschleppdienst, Werkstatt. Schließlich ging es mit einem Dacia weiter. An ihm ein Hänger. Darauf das Gespann. Manchmal gibt es eben Sand im Getriebe. Unserer guten Laune konnte das trotzdem kein Abbruch tun. Sowohl der junge Mann, der uns abschleppte, als auch der Inhaber der Werkstatt, in der wir rauskamen, wunderten sich doch darüber, wie man bei einer solchen Sachlage so guter Dinge sein konnte. Tja, bei einem solchen Wochenende ein Selbstläufer!
Die Straße des Lebens
Nun, die Straße des Lebens ist mitunter eine seltsame Strecke. Mal führt sie dich hierher, mal dorthin. Gelegentlich ist sie gut ausgebaut, manchmal steinig und uneben. Kurven und Geraden wechseln sich ebenso ab, wie Steigungen und Gefälle. Man mag nicht so viel darüber wissen, wie die Straße des Lebens des einzelnen bisher verlaufen ist, die ihn zur Begegnung mit einem selber geführt hat. Und noch weniger weiß man, wohin die Straße einen noch führen wird oder wie lange man das Glück hat, auf ihr fahren zu dürfen, wieviel Benzin wirklich noch im Tank ist. Sicher hingegen weiß ich, dass man nicht alleine auf der Straße des Lebens unterwegs sein sollte. Eine Kolonne voller Brüder erscheint mir als rechte Begleitung. Und die können wir alle hoffentlich sehr lange genießen, bevor wir tatsächlich in den ewigen Osten zu höherer Arbeit abberufen werden, nachdem wir die irdischen Werkzeuge niedergelegt haben. Solange wir aber fahren, sollten wir dies aufmerksam und freudig tun, mit dem Blick für die Mitmenschen, mit dem Blick für die Schönheiten der Welt.
Insofern: ich freue mich auf das nächste mal!
von Br. Alexander
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Im folgenden findet Ihr einige Dokumente die Stark gegen Krebs und den Künstler Jens Ruchsch näher vorstellen:

